Ich bin auf einem biologisch-dynamischen/Demeter-Bauernhof aufgewachsen. Gesundheit und ihr Zusammenhang mit Ernährung gehörten zu unserem Alltag. Meine Familie gehörte zu den Pionieren der ganzheitlichen Ernährung. Wir konsumierten keine Fertigprodukte oder raffinierten Lebensmittel, sondern lebten größtenteils von dem, was auf dem Hof wuchs und produziert wurde.
Seit meiner Jugend beschäftigte ich mich intensiv mit verschiedenen Ernährungsansätzen – von makrobiotischer Ernährung über Trennkost, Paleo, vegetarischer und vegane Ernährung bis hin zur Bedarfsorientierten Ernährung. Ich lernte viel Nützliches. Denoch konnte diese gesunde Lebensweise nicht verhindern, dass ich mit 30 Jahren schwer krank wurde – geschweige denn, dass sie mich wieder auf die Beine brachte.
Ich entwickelte extreme Gelenk - und Darmschmerzen, Verdauungsstörungen, Hirnnebel, eine Erblindung auf dem linken Auge, vorzeitige Alterung, Tinnitus, Psoriasis, und eine extreme Müdigkeit. Mein ganzer Körper schmerzte, und ich verbrachte viel Zeit im Bett.*
Über mehr als 20 Jahre hinweg absolvierte ich Therapien in der Schulmedizin wie auch in der Komplementärmedizin und führte ein stark eingeschränktes Leben. Bis zu dem Tag, an dem ich einem Arzt begegnete, der mich auf die Bücher von Anthony William und Dr. Michael Greger hinwies – beide arbeiten mit Lebensmitteln bei chronischen und sogenannte „unheilbare“ Krankheiten.
Darauf folgten mehrere Jahre des Selbststudiums und Selbstexperimente. Das, was ich lernte, war so wirksam und kraftvoll, dass es mir anfangs viel Energie abverlangte. Ich musste meine Tätigkeiten noch weiter reduzieren, da mir zu Beginn das Wissen fehlte, um die Umstellung sanfter und dosierter zu gestalten.
Dank meines lieben Mannes, der mich ermutigte, meinen Job zu kündigen – auch wenn es finanziell ein sehr ungünstiger Zeitpunkt war – erhielt ich die Zeit, wirklich zu heilen. Innerhalb eines halben Jahres wurde ich merklich gesünder: Die Darmschmerzen verschwanden vollständig, der Tinnitus war weg, ich hatte mehr Energie und begann sichtbar rückwärtszualtern. Nach etwa zwei Jahren verschwand die Psoriasis und die Gelenkschmerzen traten immer seltener auf. Nach drei Jahren konnte ich wieder klar denken und mir den Traum erfüllen, Gleitschirm-Pilot zu werden.
Zum Glück verfüge ich heute – dank dieses Selbstexperiments – über die Erfahrung und das Wissen, wie man einen Heilungsweg gehen kann, ohne den Beruf aufgeben zu müssen und ohne zusätzliche Überforderung. Ich lernte, dass die Ursache einer Krankheit nicht in der Ernährung liegt – dass Ernährung jedoch die wirksamste Medizin sein kann und manchmal das Einzige ist, was uns uns von chronischen Krankheiten befreit.
Ich bin eine von vielen Tausenden von Menschen, die mit der Ernährung nach Anthony William ihr Leben zurückgewonnen haben. Dazu gehören junge Menschen mit Autismus, Frauen mit Endometriose, MS Patient*innen, die sich aus dem Rollstuhl wieder rehabilitiert haben, Menschen mit Schilddrüsen- und Autoimmunerkrankungen sowie mit neurologischen Erkrankungen unterschiedlichster Art - und viele mehr. Es ist gut zu wissen, dass wir uns mit dem richtigen Wissen und mit Lebensmitteln, die uns allen zur Verfügung stehen, selbst helfen können, wieder gesund zu werden.
Heute bin ich fast 60 Jahre alt, habe mir meinen Traum vom Gleitschirmfliegen erfüllt und lebe ein nahezu jugendliches Leben.
Seit einigen Jahren setze ich mein Ernährungswissen in unserer Praxis um – und staune immer wieder über die teils sehr schnellen Fortschritte unserer Patient*innen, ebenso wie über die langsameren, aber stetigen Verbesserungen.
Es ist wichtig, zu verstehen:
Um dauerhafte Veränderungen bei komplexen Krankheiten zu erzielen, braucht es Veränderungen im Alltag.
Kleine, stetige Schritte führen zum Ziel.
* Mir ist es bewusst, dass es Menschen gibt, denen es gesundheitlich schlechter geht als mir damals. Für sie sind alltägliche Aktivitäten - wie aus dem Bett aufzustehen oder zu duschen - so anstrengend wie eine harte Bergtour. Besonders für Menschen in solchen Zuständen ist die Ernährung nach Anthony William gedacht.